Historie



 100 Jahre 
Gartenstadt 
Sinsheim
 
 

Der Heinrich-Hagmaier-Platz -  Zentrum der Gartenstadt

 

 

Gartenstadt Sinsheim

Die Entstehung der Gartenstadt

1917 wurde vom Bauministerium eine Weisung an die Bezirksämter herausgegeben, um mithilfe von Baugenossenschaften die Bautätigkeit zu beleben und in Erwartung der Kriegsheimkehrer günstigen Wohnraum bereitzustellen. Da viele Soldaten noch kurz vor der Fahrt an die Fronten des Ersten Weltkrieges geheiratet hatten, ging das Ministerium davon aus, dass sie bald nach ihrer Heimkehr eine Familie gründen würden. 

Zur Besprechnung dieser Angelegenheit hat dann Oberamtmann Tritschler auf den 15.04.1918 eine Versammlung einberufen, die im Gasthaus "Zum Löwen" stattfand. Da selbst der letzte waffenfähige Mann eingezogen war, erschienen hierzu nur 29 ältere Herren. 

Noch am Abend der Versammlung wurde die Gründung der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Sinsheim a.d. Elsenz beschlossen, um auch in Sinsheim der Wohnungsnot zuvorzukommen. 
 

1. Bauabschnitt und Einweihung

Anfang der 1920er Jahre brachte die Baugenossenschaft die Bebauung des neuen Wohngebietes nördlich der Werderstraße zügig voran und übernahm die führende Rolle der Bauträger mit der Errichtung von 56 sogenannten Erwerbshäusern. Heute noch lässt sich an den Wohnhäusern der Bürgermeister-Sidler-Str. rund um den Heinrich-Hagmaier-Platz der für die damalige Zeit übliche Baustil erkennen.

Mit einem großen Festakt, Tanz, Musik und einem Feuerwerk wurde am 19.07.1925 die Gartenstadt feierlich eingeweiht. 

 

Baugenossenschaft kurz vor dem Bankrott

Die Euhorie der Gründungszeit wurde sehr rasch von der wirtschaftlichen Realität eingeholt. Hohe Kriegsfolgelasten lösten die Kriegslasten ab und ließen die Arbeit und das eingesetzte Engagement ohne eigenen Nutzen verpuffen. Die Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre einsetzenden Kündigungen von Mitgliedschaften und Geschäftsanteilen trieben die Gemeinnützige Baugenossenschaft an den Rand des Ruins. Die Weltwirtschaftskrise und die politischen Umwälzungen waren die Auslöser hierfür. mit dem Schreiben vom 20.06.1935 wurde vom Badischen Bezirksamt angeordnet, unverzüglich durch die Generalversammlung einen Auflösungsbeschluss herbeizuführen und die Liquidation einzuleiten. 

Mutige und weitsichtige Männer schafften es, die Abwicklung bis zum Jahre 1942 hinauszuzögern und die Baugenossenschaft in dieser Zeit so zu Kräften zu bringen, dass die Generalversammlung am 17.04.1942 die Aufhebung der Liquidation beschließen konnte. 

 

Hohe Wohnungsnachfrage erweitert die Gartenstadt rasch

Das Ende des 2. Weltkriegs veränderte den Wohnungsmarkt radikal. Viele Vertriebene suchten eine neue Heimat. Zwischen 1945 und 1950 stieg die Einwohnerzahl Sinsheims von 3.900 auf 5.860. In der Friedrich-Ebert-Straße, der Werderstraße und der Bürgermeister-Sidler-Straße sprießen stattliche Wohnhäuser gerade so aus dem Boden. 

 

 

 

 

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